Erfahrung, die weiterhilft

Hobbywissen aus der Gemeinschaft

Informationen zu Aquaristik und Terraristik – von der Sachkunde bis zum Austausch mit spezialisierten Fachleuten.

Fachlich vernetzt

Arbeitskreise für besondere Interessen.

Vor Ort verbunden

Dein Hobby hat eine Adresse

Vereinsabende, Börsen, Ausstellungen und erfahrene Ansprechpartner – überall in Deutschland.

Schon einen Verein gefunden?

Werde Teil der Gemeinschaft.

Was ist los?

Treffen, tauschen und dazulernen

Von der regionalen Börse bis zum Verbandstag: aktuelle Veranstaltungen aus der VDA-Gemeinschaft.

Auf dem Laufenden

Nachrichten aus der Vivaristik

Verbandsnachrichten, Fachbeiträge und das Magazin „VDA aktuell“ an einem Ort.

Magazin und Newsletter
Titelseite der Ausgabe 2/2026 von VDA aktuell

Ausgabe 2/2026

Die neue „VDA aktuell“ ist da.

Seit 1911

Eine starke Stimme für das Hobby

Der VDA verbindet Vereine, bündelt Fachwissen und vertritt die Interessen verantwortungsvoller Tierhalter.

Verbandstag 2026

Mehr Offenheit und mehr Wirkung.

Heimtier des Jahres 2024: Zebraharnischwels (L46)

3 Min. Lesezeit von Nicolas von Lettow-Vorbeck

@WZF

Seit seiner Entdeckung in den 1980er-Jahren gehört der Zebraharnischwels (Hypancistrus zebra) zu den beliebtesten Harnischwelsen im Aquarium. Seine attraktive Zeichnung und sein friedliches Wesen zeichnen diesen außergewöhnlichen Süßwasserfisch aus. Die Heimat des beliebten Fisches ist der Rio Xingu, ein südlicher Zufluss des Amazonas.

Eine bedrohte Tierart

Leider ist dieser Lebensraum durch das 2016 in Betrieb genommene Wasserkraftwerk Belo Monte sehr stark gefährdet. Seit 2018 steht der Zebraharnischwels auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Im Jahr 2022 wurde er von Anhang III in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens hochgestuft. Deshalb hat sich der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e. V. (ZZF) dazu entschieden, den vom Aussterben bedrohten Zebraharnischwels zum Heimtier des Jahres 2024 zu küren und so ein breiteres öffentliches Bewusstsein für den Schutz dieser Tierart zu schaffen.

Warum eigentlich L46?

Der Zebraharnischwels ist auch unter der, etwas kryptischen, Bezeichnung L46 bekannt, das L steht dabei für Loricariidae, die Familie der Harnischwelse. Sie umfasst eine riesige Gruppe von rund 80 Gattungen und rund 650 bis heute beschriebenen Arten. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „loricatus” ab, was „gerüstet” oder „gepanzert” bedeutet. Die Zahl ist ein Hilfsmittel, um neue L-Welse bis zu ihrer wissenschaftlichen Beschreibung zu unterscheiden. Die Systematik bezieht sich dabei auf die Veröffentlichung der neuen Arten: Der Zebraharnischwels wurde als Nummer 46 in der DATZ eingeführt. Nach der Beschreibung durch Isbrücker und Nijssen anno 1991 behielt der Fisch im Handel seinen Beinamen L46.

Gute Eltern

Genau wie Haie werden auch Zebraharnischwelse als K-Strategen bezeichnet. Während zum Beispiel das Kabeljau-Weibchen bis zu 9 Millionen Eier legt, hat ein Zebraharnischwelse-Gelege nur bescheidene 10 bis 15 Eier. K-Strategen haben nur sehr wenige Nachkommen, die aber gut versorgt und geschützt werden, die Brutpflege ist intensiv und dauert relativ lange. Junge Zebraharnischwelse haben deshalb gute Chancen, ein höheres Lebensalter zu erreichen und sich selbst fortzupflanzen.

VDA lobt Wahl des ZZF

VDA-Präsident Jens Crueger sagt zu der Entscheidung des ZZF: „Für den VDA steht seit über 100 Jahren neben artgerechter Haltung der Naturschutz im Fokus. Der Zebraharnischwels ist weltweit als Aquarienfisch beliebt, er ist ein sympathisch-vertrauter Botschafter für seinen bedrohten Lebensraum im Amazonasgebiet. Gemeinsam können wir Tierhalterinnen und Tierhalter die Heimat unserer Pfleglinge vor der Vernichtung retten!” VDA-Vizepräsident (Marketing) Matthias Wiesensee ergänzt: „Es ist gut, dass der ZZF den Fokus auf die artenreichste Tiergruppe unserer Welt und unseres geliebten Hobbys Aquaristik setzt. Die Auswirkungen auf Lebensräume wie den Amazonas durch bauliche und politische Maßnahmen sind immens und die sympathischen Wasserbewohner brauchen unsere Unterstützung. Es gibt noch so vieles über diese Tiere zu lernen, was wir heute noch nicht erforscht haben. Nicht vergessen werden darf auch, dass der Handel mit diesen Tieren eine existenzielle Lebensgrundlage für viele Familien in der Amazonasregion ist.”

Mehr zu Natur- und Artenschutz